Sensorik und Gütekriterium für die Raumluftqualität in Wohnräumen

Das Laser-Laboratorium Göttingen e.V. startet zusammen mit der Idencom Germany GmbH aus Berlin das ZIM-Projekt „NesSi – InGesWoh: Intelligentes und gesundes Wohnen“.

Das Geschäftsfeld Smart Home ist ein Wachstumsmarkt, dessen Möglichkeiten bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Unter Smart Home versteht man technische Verfahren und Systeme, deren Ziel eine Erhöhung der Sicherheit und Energienutzung sowie der Wohn- und Lebensqualität auf der Basis vernetzter und fernsteuerbarer Geräte und Installationen ist. Da sich eine schlechte Qualität der Raumluft direkt auf die Gesundheit der Bewohner auswirken kann, trägt sie entscheidend zur Wohnqualität bei. Im Rahmen des Projekts InGesWoh soll daher eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Steuerung für Systeme zur Hausbelüftung erstellt und in eine Smart Home Anlage integriert werden. Hierbei werden nicht nur repräsentative Parameter der Raumluftqualität wie die Kohlenstoffdioxidkonzentration, die Temperatur oder die Luftfeuchte erfasst, sondern diese Daten werden zusammengeführt und um weitere wichtige Parameter wie die Menge an Feinstaub und flüchtiger organischer Verbindungen (kurz: VOC genannt für volatile organic compounds) erweitert. Für die Beurteilung der von außen zugeführten Frischluft werden zusätzlich Daten von Wetterdiensten oder anderen Diensten, die lokale Feinstaubbelastung, Pollenflug- oder Ozon-Konzentrationen bereitstellen, herangezogen. All diese Parameter fließen in die Beurteilung der Raumluftqualität ein. Die hohe Datenbasis erfordert eine fortschrittliche Auswertung bis hin zu Methoden des überwachten Lernens und bietet die Chance die Qualität der Raumluft zielgerichtet zu verbessern. Zum Beispiel wird das System abschätzen können, welche Ursache einer schlechten Raumluftqualität zu Grunde liegen, etwa ob Feinstaub durch Staubsaugen erzeugt oder aber über die Außenluft eingetragen wird. Hierdurch können Gegenmaßnahmen viel effektiver in Angriff genommen werden. Das neue Verfahren wird somit eine neue Evolutionsstufe bei der Bewertung und Verbesserung der Raumluftqualität in Wohnräumen begründen. Die Aufgabe des Laser-Laboratoriums im Rahmen des Kooperationsprojektes besteht in der Entwicklung einer Sensorphalanx zur Erfassung aller erforderlichen Daten.

Das vom BMWi geförderte Projekt wurde im Rahmen des ZIM-Netzwerks „NesSi-Netzwerk für sensorgestützte Sicherheitssysteme“ initiiert, welches von der innos-Sperlich GmbH (Göttingen) koordiniert wird. Die Projektlaufzeit beträgt 30 Monate.