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Raman-Spektroskopie und moderne Datenanalyse sollen helfen, Tumor- und Infektionserkrankungen bei Tieren schnell und zuverlässig anhand von Blutproben zu erkennen.

(KI-generiert)

Wie lassen sich Erkrankungen bei Tieren schneller erkennen und diagnostische Verfahren vereinfachen? Dieser Frage widmet sich das Kooperationsprojekt PlaRaPet des Instituts für Nanophotonik Göttingen e. V. (IFNANO) und des Tierärztlichen Instituts der Georg-August-Universität Göttingen. Gemeinsam entwickeln die Partner einen Ansatz, der Raman-Spektroskopie mit moderner Datenanalyse und maschinellem Lernen verbindet.

Am IFNANO werden Blutserum und Blutplasma spektroskopisch untersucht. Ziel ist es, charakteristische molekulare Muster zu erfassen, die auf Tumorerkrankungen oder vektorübertragene Infektionen hinweisen können. Die Raman-Spektren werden anschließend mit statistischen und KI-gestützten Verfahren ausgewertet, um krankheitsassoziierte Signaturen automatisiert zu erkennen.

Eine wichtige Voraussetzung für zuverlässige Ergebnisse ist eine reproduzierbare Probenvorbereitung. Das IFNANO untersucht deshalb unter anderem geeignete Trocknungsu und Fraktionierungsverfahren, sowie Möglichkeiten, störende Fluoreszenz- und Wassersignale zu reduzieren. Gleichzeitig werden Kalibrationsverfahren entwickelt, damit sich die Auswertemethoden möglichst zuverlässig auf unterschiedliche Raman-Geräte übertragen lassen.

Das Tierärztliche Institut bringt die veterinärmedizinische und klinische Expertise in das Projekt ein. Dadurch können die spektroskopischen Ergebnisse mit etablierten diagnostischen Befunden verglichen und der neue Ansatz unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden.

Das gemeinsame Ziel: ein schnelles und robustes Verfahren mit Perspektive für den Einsatz in der tierärztlichen Praxis. Die Probenaufbereitung soll weniger als 30 Minuten, die Raman-Messung weniger als 10 Minuten dauern. Zudem ist ein transportables Funktionsmuster geplant, das unter veterinärmedizinisch relevanten Bedingungen getestet wird.

Unterstützt wird PlaRaPet durch drei Unternehmen mit ergänzender technologischer Expertise: Die FiSens GmbH begleitet das Projekt bei Raman-Messtechnik und Kalibration, die miprolab GmbH bei Probenaufbereitung und Separation von Blutbestandteilen. Die Castalytics GmbH bringt ihr Know-how in Datenerfassung und Algorithmenentwicklung ein.

PlaRaPet verbindet damit photonische Messtechnik, veterinärmedizinische Forschung und KI-gestützte Datenanalyse. Das Projekt soll zeigen, welches Potenzial die Raman-Spektroskopie für eine schnelle und möglichst wenig belastende Diagnostik bei Tieren bietet – und wissenschaftliche Erkenntnisse einen Schritt näher an die praktische Anwendung bringen.

 

Das Teilprojekt des IFNANO wird im Rahmen des Förderprogramms „Innovation Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen kofinanziert.

Projektlaufzeit: 01.06.2026 bis 30.11.2028